Zu zweit ist alles anders: was funktioniert und was nicht
Spiele mit geheimen Rollen und Abstimmungen brauchen mindestens drei Personen. Zu zweit ist der Impostor zwangsläufig die andere Person, und jede Abstimmung endet unentschieden. Dasselbe gilt für Spiele, bei denen eine Person etwas erraten lässt und die anderen um die schnellste Antwort wetteifern: Ohne eine dritte Person fehlt schlicht der Wettlauf.
Was zu zweit gut läuft, gehört fast immer zu einer von drei Gruppen:
- Direktes Duell: zwei Geheimnisse, zwei Strategien, ein Sieger. Jeder Zug der anderen Person betrifft euch direkt, Leerlauf gibt es nicht.
- Kooperation: Der Gegner ist das Spiel selbst, zum Beispiel ein Rätselgitter, das gefüllt werden will, oder ein Wort, das ihr retten müsst, bevor es zu spät ist.
- Gespräch: Spiele, die vor allem ein Vorwand zum Reden sind – herausfinden, wie die andere Person tickt, und sich liebevoll über eine Antwort streiten.
Die PartyGames-Spiele, die zu zweit funktionieren
Alle Spiele in diesem Abschnitt lassen sich mit einem einzigen Handy spielen, das ihr euch reicht, auch ohne Internetverbindung. Hat jede Person ein eigenes Handy, könnt ihr einen Raum öffnen und die andere Person per Code oder QR-Code beitreten lassen.
Duell, gemacht für genau zwei
Duell ist für genau zwei Personen gemacht. Jede Person schaut sich heimlich ihr eigenes Geheimnis an, dann stellt ihr euch abwechselnd Fragen. Im Wortmodus gehören beide Wörter zur selben Kategorie, und wer zuerst das Wort des Gegenübers errät, gewinnt. Im Zahlenmodus hat jede Person einen Wert auf einer thematischen Skala; wenn ihr bereit seid, schätzt ihr beide die Zahl der anderen Person, und wer näher dran liegt, gewinnt.
Die beste Strategie ist dieselbe wie beim Spiel „Zwanzig Fragen“: Fragen, die die Möglichkeiten halbieren. Ist die Kategorie Tiere, bringt „Lebt es im Wasser?“ viel mehr als „Ist es ein Delfin?“. Mit zwei Handys im Raum muss niemand das Gerät weiterreichen, und jedes Geheimnis bleibt auf dem eigenen Bildschirm.
Tic-Tac-Toe für die Revanche
Tic-Tac-Toe ist der Klassiker auf dem 3×3-Feld. Die App lost aus, wer beginnt, und wechselt in den folgenden Partien den ersten Zug ab, sodass sich niemand beschweren kann, immer als Zweiter dran zu sein. Zwischen zwei aufmerksamen Gegnern endet die Partie oft unentschieden, deshalb lohnt es sich, Serien auf drei oder vier Gewinnpartien zu spielen.
Wer bin ich? Eine Person fragt, die andere antwortet
Wer bin ich? funktioniert schon mit zwei Personen. Wer rät, hält das Handy an die Stirn, ohne draufzuschauen; die andere Person liest den Begriff und antwortet nur mit Ja, Nein oder Vielleicht. Danach tauscht ihr die Rollen. Zu zweit trägt die antwortende Person mehr Verantwortung, denn niemand kann sie korrigieren: Ein „Vielleicht“ im richtigen Moment ist mehr wert als ein voreiliges Ja. Eine Runde dauert 60 bis 180 Sekunden, oder ihr spielt ohne Zeitlimit.
Stadt, Land, Fluss im Kopf-an-Kopf-Rennen
Stadt, Land, Fluss spielt man mit zwei bis zwanzig Personen. Mit einem Handy zieht die App den Buchstaben, ihr schreibt auf Papier, und sobald eine Person fertig ist, laufen für die andere die letzten Sekunden; danach vergleicht ihr die Antworten laut. Im Raum schreibt jede Person auf dem eigenen Handy, und die Punkte werden für euch berechnet. Zu zweit kommen gleiche Antworten oft vor, und die zählen nur 5 statt 10 Punkte: Wählt deshalb ein paar weniger naheliegende Kategorien wie Beruf, Pflanze oder Musikinstrument, damit originelle Antworten eine Chance haben.
Wortblume und Wörterrad
Bei Wortblume gibt es einen Modus, in dem abwechselnd eine Person das Wort vorgibt und die andere es Buchstabe für Buchstabe errät, bevor alle Blütenblätter gefallen sind: 8, 6 oder 4, je nach Schwierigkeit. Das ist die freundliche Variante des alten Galgenmännchens. Wenn ihr lieber zusammenarbeitet, wählt die App im Modus Alle zusammen die Wörter, und ihr löst sie als Team. Wörterrad geht ab zwei Personen: Ihr dreht das Rad, wählt einen Konsonanten, kauft Vokale, und nur wer den Satz löst, bringt sein Guthaben auf die Bank. Zu zweit wird daraus ein schneller Schlagabtausch, bei dem ein Bankrott die Partie komplett drehen kann.
Kreuzworträtsel und Was würdest du eher? – ganz ohne Gegner
Das Kreuzworträtsel löst ihr auch zu zweit, nebeneinander auf demselben Handy oder im Raum, wo ihr beide in Echtzeit ins selbe Gitter schreibt und jede Person einer anderen Frage nachgehen kann. Teilt euch waagerecht und senkrecht auf und sprecht euch an den Kreuzungen ab. Was würdest du eher? ist mit einem einzigen Handy für eine Person gedacht: Lest die Frage laut vor und antwortet beide, bevor ihr euch anschaut. Im Raum wählt jede Person heimlich auf dem eigenen Handy, und am Ende seht ihr, wie gut ihr auf einer Wellenlänge liegt.
Nicht zu zweit spielbar sind dagegen Impostor, Der Spion, Wer würde eher?, Pantomime und Kritzelraten, die mindestens drei Personen brauchen, ebenso Eingespieltes Trio, das in Dreierteams gespielt wird; Verbotenes Wort braucht sogar mindestens vier.
Paar, Geschwister, Reise, Wartezimmer: was passt wann
- Als Paar am Abend. Was würdest du eher? ist ein wunderbarer Vorwand, über Dinge zu reden, die sonst nie zur Sprache kommen; das Kreuzworträtsel ist die ruhige Wahl fürs Sofa; Duell bringt eine Prise gesunde Rivalität. Seid ihr gerade nicht am selben Ort, könnt ihr einen Raum öffnen und während eines Anrufs spielen: Tipps dazu stehen im Ratgeber zu Spielen auf Distanz per Videoanruf.
- Unter Geschwistern. Tic-Tac-Toe eignet sich für schnelle Revanchen, und der wechselnde erste Zug nimmt einen Streitgrund weg. Bei Wortblume macht es dem kleinen Bruder Spaß, das Wort vorzugeben und die große Schwester ins Schwitzen zu bringen; wenn er raten muss, stellt die Schwierigkeit auf Leicht.
- Auf Reisen. Wer am Steuer sitzt, darf nicht auf den Bildschirm schauen; mit dieser Person spielt man also nur mündlich, mit den Klassikern aus dem nächsten Abschnitt. Zwischen zwei Mitreisenden in Zug oder Flugzeug funktioniert alles: Mit einem Handy brauchen die Spiele keine Verbindung, praktisch im Tunnel, im Funkloch auf dem Land oder im Ausland.
- Im Wartezimmer. Gefragt sind leise Spiele, die man jederzeit unterbrechen kann: Tic-Tac-Toe, das Kreuzworträtsel oder eine Partie Duell im Flüsterton. Meidet lieber Spiele, bei denen es laut wird, etwa Wer bin ich? mit seinen unvermeidlichen Lachanfällen.
Sprechspiele zu zweit, mit leeren Händen
Wenn das Handy in der Tasche bleibt oder eine Person am Steuer sitzt, reichen zwei Stimmen. Zwanzig Fragen und Wortketten findet ihr im Ratgeber zu Spielen ohne Material; hier ein paar weitere Klassiker, die zu zweit besonders gut funktionieren.
Ja-Nein-Spiel
Eine Person stellt Fragen wie aus der Pistole geschossen, die andere muss antworten, ohne je „Ja“ oder „Nein“ zu sagen und ohne zu nicken oder den Kopf zu schütteln. Am besten funktionieren harmlose Fragen in schnellem Takt: „Heißt du Jonas?“, „Bist du sicher?“, „Hast du gerade Ja gesagt?“. Ihr stoppt, wie lange jede Person durchhält, dann wird getauscht; wer länger durchhält, gewinnt. Wer es schwerer mag, nimmt die alte Variante dazu, bei der auch „schwarz“ und „weiß“ verboten sind.
Das Kennzeichenspiel
Perfekt fürs Auto, auch für die Person am Steuer. Ihr nehmt die beiden Buchstaben hinter dem Ortskürzel des Autos vor euch und sucht ein Wort, das sie in dieser Reihenfolge enthält: Aus KL wird „Kleid“, aus TR „Traum“, aus BZ „Brezel“. Wer zuerst ein gültiges Wort findet, bekommt einen Punkt; unmögliche Kombinationen überspringt ihr beim nächsten Auto. Als Bonusrunde könnt ihr euch für das Ortskürzel eine möglichst alberne Bedeutung ausdenken – ein Klassiker auf deutschen Autobahnen.
Städtekette
Eine Person nennt eine Stadt, die andere eine, die mit dem letzten Buchstaben der vorigen beginnt: Berlin, Neuss, Stuttgart, Trier, Regensburg, Gera. Nichts darf doppelt vorkommen, und wer keine Antwort mehr hat, verliert die Runde. Weil so viele deutsche Ortsnamen auf -en, -burg oder -dorf enden, landet ihr ständig bei N, G und F, und nach ein paar Minuten wird es schwerer, als man denkt.
Zahlenraten
Eine Person denkt sich eine Zahl von 1 bis 100, die andere rät und hört nur „höher“ oder „tiefer“. Dann wird getauscht: Wer weniger Versuche braucht, gewinnt. Wer immer die Mitte des verbleibenden Bereichs tippt, merkt schnell, dass er im Vorteil ist – und genau da wird das Spiel interessant.
Wenn immer dieselbe Person gewinnt
Zu zweit spürt man ein Ungleichgewicht viel stärker: Es gibt keine dritte Person, die Siege und Niederlagen verteilt. Gewinnt fast immer dieselbe Person, ist die Spiellust der anderen bald dahin. Ein paar einfache Gegenmittel:
- Ein offenes Handicap. Bei Stadt, Land, Fluss muss die stärkere Person Wörter mit mindestens fünf Buchstaben nehmen; bei Tic-Tac-Toe verzichtet sie beim ersten Zug auf das Mittelfeld.
- Lange Serien. Eine Niederlage wiegt weniger, wenn ihr auf drei Gewinnpartien spielt und die Ergebnisse auf einem Zettel oder in einer Notiz festhaltet, die ihr beim nächsten Mal weiterführt.
- Andere Stärken ins Spiel bringen. Wer mit Buchstaben unschlagbar ist, kann noch lange nicht gut eine Zahl bei Duell schätzen oder bei Wer bin ich? geschickte Fragen stellen. Verschiedene Spiele im Wechsel verteilen die Siege neu.
- Auf Kooperation umsteigen. Das Kreuzworträtsel oder Wortblume im Modus Alle zusammen bringen euch auf dieselbe Seite: Ihr gewinnt oder verliert gemeinsam, und die erfahrenere Person wird zur Verbündeten statt zur Gegnerin.
Wenn die beiden Spielenden Geschwister mit großem Altersunterschied sind, findet ihr weitere Tricks im Ratgeber zu Wortspielen für Kinder.