Ein Anruf zum Reden, ein Raum zum Spielen
Auf Distanz gibt es kein Handy, das von Hand zu Hand geht: Der Modus mit einem einzigen Handy funktioniert nur, wenn ihr am selben Tisch sitzt. Um von zu Hause aus zu spielen, braucht ihr einen Raum: Die gastgebende Person erstellt ihn, die anderen treten mit ihrem eigenen Gerät bei, und der Server koordiniert die Partie über das Internet. Ob Lena in Hamburg sitzt und Jonas in Wien, spielt keine Rolle: Jede Person sieht auf dem eigenen Bildschirm nur das, was sie sehen soll.
Für Stimmen und Gesichter nehmt ihr den Video- oder Sprachanruf, den eure Gruppe sowieso benutzt, egal welchen Dienst. Wenn es geht, lasst den Anruf auf einem Gerät laufen (zum Beispiel am Laptop) und das Spiel auf einem anderen: So muss niemand zwischen zwei Apps hin- und herspringen, während die Zeit abläuft.
Den Raum öffnen, Schritt für Schritt
- Startet den Anruf und wartet, bis alle da sind.
- Die gastgebende Person wählt das Spiel, wechselt in den Bereich zum Spielen auf mehreren Handys und tippt auf Raum erstellen.
- Es erscheint der Raumcode aus vier Zeichen. Daneben gibt es drei Knöpfe: Code kopieren, QR-Code anzeigen und Einladung teilen. Auf Distanz ist der Einladungslink am bequemsten: Fügt ihn einfach in den Chat des Anrufs ein.
- Wer auf den Link tippt, kann die App öffnen, falls sie installiert ist, oder Im Browser fortfahren wählen und über playpartygames.app/play spielen, ohne etwas zu installieren. Alternativ gibt man den Code einfach bei Mit Code beitreten ein.
- In der Lobby meldet sich jede Person als bereit, die gastgebende Person passt die Einstellungen an und startet. Ist jemand abgelenkt und meldet sich nicht, kann sie trotzdem loslegen.
Auf Distanz besonders praktisch: In der Lobby kann die gastgebende Person mit Spiel ändern ein anderes Spiel wählen, ohne dass jemand den Raum verlassen muss. Ein Raum und ein Link reichen für den ganzen Abend.
Wenn die Verbindung abbricht (und irgendwann bricht sie ab)
Sind fünf oder sechs Haushalte zugeschaltet, verliert früher oder später jemand für ein paar Sekunden die Verbindung. Die App versucht dann selbst, die Verbindung wiederherzustellen, und meldet „Du bist wieder online“, sobald es geklappt hat. Solange ihr im Raum seid, versucht sie außerdem, den Bildschirm eingeschaltet zu lassen, damit das Handy auf dem Tisch nicht mitten im Zug ausgeht.
- Wer in die Lobby zurückgeht, verliert seinen Platz nicht. Rolle und Punkte bleiben erhalten, und der Knopf Zurück ins Spiel bringt die Person wieder hinein. Läuft gerade eine Abstimmung, klappt der Wiedereinstieg in der nächsten Phase.
- Den Raum zu verlassen ist etwas anderes: Die App warnt, dass man dann seinen Platz in der laufenden Partie verliert. Wer erst beitritt, wenn die Partie schon läuft, wartet auf die nächste.
- Fällt die gastgebende Person aus, geht die Host-Rolle nach kurzer Wartezeit an eine andere verbundene Person über, und die Partie bleibt nicht hängen.
- Werkzeuge für den Host: Die gastgebende Person kann die Rolle an jemand anderen abgeben und eine Person aus dem Raum entfernen, die mit dem Code aber jederzeit wieder beitreten kann.
Viele Spiele haben außerdem einen Knopf, der das Warten beendet, wenn jemand verschwindet: Bei Impostor kann der Host den Zug einer Person überspringen, die nicht antwortet, oder die Abstimmung schließen, bei Der Spion kann er die Schlussabstimmung erzwingen, bei Was würdest du eher? kann er das Ergebnis zeigen, auch wenn eine Wahl fehlt. Die Räume sind temporär: Nach dem Abend bleibt nichts übrig, was man löschen müsste, und bleiben sie lange ungenutzt, schließen sie sich von selbst.
Die Spiele, die auf Distanz am besten funktionieren
Am besten klappen Spiele, bei denen jede Person eine private Information hat oder für sich allein eine Antwort gibt: Im Raum sieht jede sie auf dem eigenen Handy, und der Anruf dient nur zum Diskutieren.
- Impostor: Jede Person hält den Finger auf dem eigenen Bildschirm, um ihre Rolle zu sehen, und niemand kann spicken. Während der Runde könnt ihr euren Hinweis eintippen oder im Anruf laut sagen; danach gibt es einen Chat für die Diskussion, die Abstimmung ist geheim, und das Ergebnis erscheint bei allen im selben Moment.
- Der Spion: Fragen und Antworten laufen über den Anruf, Anklagen und Abstimmungen über das Handy. Welches der beiden Spiele besser zu euch passt, steht im Ratgeber Impostor oder Der Spion.
- Kritzelraten: Im Raum gibt es eine gemeinsame Zeichenfläche. Wer zeichnet, tut das auf dem eigenen Bildschirm, und die Zeichnung erscheint bei allen anderen; wer rät, tippt die Versuche ein, und die App sagt Bescheid, wenn ein Versuch schon nah dran ist.
- Stadt, Land, Fluss: Jede Person füllt ihre eigenen Antworten aus, danach kommen Ergebnisse und Punkte bei allen gleichzeitig an. Schluss mit Zetteln, die man fotografieren und in den Chat schicken muss.
- Wer würde eher? und Was würdest du eher?: geheime Stimme oder Wahl auf dem eigenen Handy, Ergebnis für alle gleichzeitig. Perfekt, um einen Familienanruf in Schwung zu bringen.
- Wer bin ich?: Die Karte ist auf den Handys der anderen, nicht auf eurem. Stellt eure Fragen laut, und die anderen antworten nur mit Ja, Nein oder Vielleicht.
- Kreuzworträtsel, Wörterrad und Wortblume: Gitter, Rad und Buchstaben sind auf jedem Bildschirm synchron.
- Zu zweit funktionieren Duell und Tic-Tac-Toe auch über tausend Kilometer hinweg bestens. Mehr Ideen stehen im Ratgeber Spiele zu zweit.
Ein Tipp für Kritzelraten: Ruft die Lösung nicht in den Anruf hinein. Tippt sie ein. Wer zuerst richtig rät, bekommt mehr Punkte, und wer sie laut sagt, schenkt sie allen anderen.
Spiele, die etwas Geduld verlangen
Manche Spiele leben davon, dass alle im selben Zimmer sitzen: Stimmen überlagern sich, Gesten muss man live sehen. Auf Distanz gehen sie trotzdem, aber es hilft zu wissen, wo sie stolpern.
- Pantomime: Das Wort erscheint nur auf dem Handy der vorspielenden Person, die dort auch die richtigen Antworten markiert. Das Problem ist die Kamera: Ohne Video geht es nicht, und bei einem engen Bildausschnitt sieht man nur Kopf und Schultern. Wer vorspielt, sollte ein paar Schritte zurücktreten und sich ins Licht stellen.
- Eingespieltes Trio: Die beiden Hinweisgeber wechseln sich Wort für Wort ab, und durch die Verzögerung im Anruf reden sie leicht übereinander. Sprecht langsamer als sonst und lasst nach jedem Wort einen Moment Stille. Die ratende Person hat ihren eigenen Knopf Ich antworte!, der die Zeit anhält, sie muss sich also nicht durch Rufen bemerkbar machen.
- Verbotenes Wort: Die erklärende Person und die aufpassende Person aus dem anderen Team sehen die Karte jeweils auf dem eigenen Handy, und das hilft auf Distanz sehr. Schwierig wird es, wenn das Team durcheinander rät: Viele Anrufdienste lassen nur eine Stimme auf einmal durch. Lasst immer nur eine Person aus dem Team antworten oder haltet die Antworten sehr kurz.
Der Rest hängt von der Gruppe ab: Läuft der Anruf stabil, sorgen auch diese Spiele für schöne Abende. Ist das Netz wackelig, fangt mit Impostor oder Wer würde eher? an und hebt Pantomime für das nächste echte Wiedersehen auf.
Benimmregeln für den Spieleanruf
- Vor dem Start eine kurze Tonprobe: Wer ein Echo hat, setzt Kopfhörer auf, wer Lärm im Hintergrund hat, schaltet sich stumm, solange er nicht dran ist.
- Die Reihenfolge bestimmt die App. Bei Spielen mit Zügen zeigt der Bildschirm, wer gerade spricht: Richtet euch danach und nicht nach der lautesten Stimme.
- Wartet kurz, bevor ihr antwortet. Die Verzögerung im Anruf ist normal: Sich gegenseitig zu unterbrechen ist der schnellste Weg, eine Runde zu ruinieren.
- Maßgeblich ist der Timer auf dem Bildschirm, nicht das, was ihr hört. Wenn ihr noch zwei Sekunden habt und bei Jonas die Zeit schon abgelaufen ist, ist das keine Verschwörung.
- Niemals während des Spiels den Bildschirm teilen. Eine geheime Rolle, die aus Versehen allen gezeigt wird, ruiniert die Partie in einer Sekunde.
- Schaltet die Benachrichtigungen auf dem Handy aus, mit dem ihr spielt, und wenn ihr eine Pause braucht, fragt zwischen zwei Zügen danach, nicht bei laufendem Timer.
Müsst ihr der Runde im Anruf ein neues Spiel erklären, fasst euch kurz und spielt eine Proberunde. Wie das geht, steht im Ratgeber Spielregeln gut erklären. Außerdem kann jede Person die Spielanleitung direkt im Raum auf dem eigenen Handy öffnen.
Wenn Kinder unter 13 mitspielen
Anrufe mit Großeltern, Cousins und Cousinen sind ein Klassiker, und oft sind die Jüngsten am begeistertsten. Beim ersten Öffnen fragt die App nach dem Geburtsdatum: Unter 13 Jahren ist das Online-Spiel ausgeschaltet. Freischalten kann es nur ein Elternteil oder ein Vormund, der die Erlaubnis bestätigt und eine PIN mit 4 bis 8 Ziffern festlegt.
Vor dem Start erinnert die App an etwas, das man Kindern ruhig noch einmal sagen sollte: Spitznamen, Antworten und Zeichnungen sind für die anderen Teilnehmenden sichtbar. Tretet nur Räumen von Leuten bei, die ihr kennt, und gebt weder den vollen Namen noch Schule, Adresse oder Kontaktdaten preis, weder im Spielernamen noch im Chat.
Wenn ihr das Online-Spiel lieber nicht freischaltet, gibt es einen Mittelweg: Das Kind spielt zusammen mit einem Erwachsenen auf dem Gerät des Elternteils, als eine einzige Person. Spiele für verschiedene Altersstufen findet ihr im Ratgeber Familienspiele für alle Generationen.